Social Mediality: Eine binäre Entscheidung?

#Schrei

8:15 Uhr: Also heute morgen kam eine Push Message von WhatsApp, die ich doch beinahe übersehen hätte, da ich in Plaxo gerade noch einen neuen Business Contact erfassen musste, der bisher nur in Skype vorhanden war und da das nicht mit den Google Contacts verknüpft war, musste ich erst mal den Contact selbst checken … oder so. Eigentlich wollte ich ja mein yasni VIP ranking etwas verbessern und daher den Contact zu einem Skill Endorsement auf LinkedIn auffordern, aber der war ja bisher nur auf XING zu finden und da könnte ich ja eine Referenz auch gut gebrauchen …. hmmmm. Aber vielleicht wäre mal ein Tweet auf Twitter ganz gut, um den Followern zu zeigen, dass man noch lebt bzw. online ist (letzteres ist vermutlich wichtiger – wen kümmert es denn, wenn mal ein Contact das Zeitliche gesegnet hat? Hauptsache da ist noch Traffic “drin” …).

8:44 Uhr: Aber zurück zum Kernthema: Während ich also noch in Google+ ein paar Circles update, bemerke ich, dass da eine SMS reinkommt: “Waaaaas?”, denke ich, “da schickt noch jemand eine SMS?”. Also dieses Rudiment vergangener semi-digitaler Tage muss erst einmal belehrt werden, dass das doch bitte mit dem Line Instant Messenger viel besser geht: Ich schicke also kurzerhand ein Reply, mit der Hoffnung, von diesem Contact erst wieder zu hören, wenn er mich auf Facebook gefunden hat – das drüfte dauern. Ach ja, auf Facebook wollte ich ja die Page einpflegen, aber man kommt ja zu nichts, denn jetzt sind schon wieder 32 E-Mails aufgelaufen und ich habe noch nicht einmal in Delicious die neuen Bookmarks geadded. “Also gut.”, denke ich, “Dazu bin ich mir nicht zu schade …” und öffene die erste Mail.

8:53 Uhr: Ein Glück, dass ich die Mail gelesen habe. Da war eine gute Info über jemanden drin, den ich über Academia kenne. Mensch, da muss ich mich doch glatt mal wieder einloggen und schauen, ob jemand eine Message hinterlassen hat.  Ach nein, jetzt weiß ich wieder: Ich wollte ja auf DZone diesen Cloud-Artikel lesen. Ist ja wichtig, sich immer weiterzubilden … “Life long learning” hat absolute Priorität. Aber da piept je schon wieder das Smart-Phone.

9:11 Uhr: Das war kein Piepsen, sondern ein Klingeln. Ich hasse Telefonate – das ist so eine analoge synchrone Kommunikationsform auf der Basis von Schallwellenübertragung. Einfach ekelig so etwas. Erst mal einen guten Kaffee nach dem Schreck. Aber nein: Ein Unglück kommt selbst allein, denn das schwarze Gold ist alle. Es besteht also akute Lebensgefahr.

9:16 Uhr: Jetzt werde ich erstmal auf Foursquare nachsehen, wo es den besten Kaffee hier gibt – wozu hat man denn das Web? Aber die Map ist ja gruselig … also auf zum Original: Auf Google Maps mal die Location mit Street View ansehen, damit wir in der realen Welt nicht wieder dran vorbeifahren. Jetzt kommt doch glatt noch eine Mail über gmail rein: Aha, Spoke arbeitet jetzt mit dem Reputation Defender – das ist gut zu wissen. “Man kann ja nie vorsichtig genug sein, wenn man sich in diesen sozialen Netzwerken bewegt …”, danke ich so. Da sind meine Daten also ganz bestimmt sicher.

9:20 Uhr: Mist, immer noch kein Kaffee. Ich schaffe das einfach nicht, vor die Tür zu gehen. Gibt es eigentlich doorstepdelivery.com auch in Berlin? Auf die Homepage zu gehen, wäre ja auch irgendwie zu einfach … Auf der anderen Seite spüre ich meinen Pulsschlag kaum noch. Also mal die Online Contacts in Gwibber ansehen. Da muss doch einer in meiner Nähe sein, der Frühstück vorbeibringen kann. Treffer!

9:20 Uhr: Frank bringt Kaffee und ich zeige ihm das Studi-Projekt über Social Network Analysis, welche meine 4 GB an E-Mails durchforstet, damit ich mal endlich die Multiplexity und Mutuality zu meinen Contacts ermitteln kann. Zugegeben, das Kriterium Homophily klingt erstmal komisch, aber es ist in der Soziologie “nur” die Tatsache gemeint, dass Freunde nach Kriterien ausgesucht werden, die zu einem selbst passen – man “rottet” sich also zusammen, könnte man sagen. Dieser Ausflug in die soziale Netzwerktheorie bringt uns zu der Frage, ob es Second Life noch gibt. Das letzte mal habe ich in Verbindung mit den Piraten davon gehört. Aber mein Blick fällt auf die nächste E-Mail von indenti.ca, die mich zu einer auf eine JQuery Group aufmerksam macht. War da nicht was ähnliches auf competence-site? Ich weiß es nicht.

9:33 Uhr: Der Kaffee war gut, aber irgendwie entwickelt sich der Vormittag nicht so richtig produktiv. Aha, da kommt wieder eine Mail: Jetzt sind es schon 67 neue Mails (ohne die Messages von Skype, WhatsApp, Line und Co.). Kein Problem, ich werde mal meinen Avatar motivieren, das für mich zu erledigen – also auf zu Gravatar …

#Schrei

Was soll uns das jetzt alles sagen? Soll ich mich nun in die Reihe derer, die vor der digialen Klagemauer stehen, einreihen und fürchterlich zweckfrei schimpfen? Schimpfen, wie hektisch und schnell diese schlimme digitalisierte Welt doch ist? Nein. Auch der Urlaub ist keine Lösung.

Die Überschrift ist Social Mediality, wobei das Mediality ein Kunstwort ist (Media + Reality). Medien sind oftmals digital(isiert), aber natürlich in der Realität und im sozialen Umfeld mit all ihrem Wechselwirkungen relevant. Dieser thematische Zusammenhang will das Wort Social Mediality in den Fokus setzen. Tolle Wortschöpfung, nicht wahr?

Was wir mit den Medien und dem Internet machen, ist soweit in Ordnung: Wir probieren aus (Trial and Error) und der Umgang mit Medien im Kontext sozialer Strukturen verändert sich (mal wieder). Das muss erlernt und erfahren werden – langfristig vorhersehen, wohin das führt, kann (noch) kaum jemand, d.h. wir fahren allesamt auf Sicht. Die Auswüchse, die der kleine o.g. Diskurs üerzeichnet darzustellen versuchte, sind dann mehr oder weniger billigend in Kauf zu nehmen, wenn deren Konsequenz halbwegs abschätzbar sind. Frage: Kann ich eigentlich abschätzen, was mit all meinen Daten in den social Networks geschieht? Habe ich eine Chance, die Konsequenzen meines digitalen Handelns abzuschätzen? Vermutlich nicht. Also gibt es Menschen, die sich komplett verweigern und welche, die die Risiken (bewußt oder unbewußt) eingehen. Das ganze könnte sich recht “digital” entwickeln, denn es läuft evtl. auf eine binäre Entscheidung hinaus:  Bin ich dabei oder nicht? Die, die dabei sind, wollen die social Mediality ausprobieren und von ihr profitieren. Als Wissenschaftler kann man derartige Versuche durchaus positiv sehen, wenn es Schutzmechanismen gibt. Leider findet der Versuch im realen Umfeld statt. Wir mussten tragischerweise die Erfahrung machen, dass social Mediality tödlich sein kann (Stichwort Cyber Mobbing).

Es wäre schön, wenn es einen Mittelweg gäbe, d.h. eine Art Silder, bei dem ich auf einer Skala zwischen 0 und 100 % einstellen kann, welchen Grad an Privatspähre ich möchte, wobei 100 % dann wohl der “gläserner User” wäre, der sein soziales Netzwerk offenlegt. In Ansätzen gibt es das ja auch. Die Grundsatzdiskussion könnte müßig sein. Beispiel: Kaum noch jemand wird über die Gefahren einer EC-Karte nachdenken und den Schluß ziehen, sich nur noch am Bargeldschalter bedienen zu lassen – er oder sie verwendet das einfach, auch wenn die Benutzung der EC-Karte wesentlich problematischer ist als ein Profil auf Facebook. Auch wenn es also kaum noch im Grundsatz um die Teilhabe an der social Mediality geht, so sollte die Ausgestaltungsdiskussion intensiv geführt werden.

Sind wir also am Ende alle irgendwie in der sozialen Mediality angekommen und dort persistiert? Wäre das schlimm? Die Antwort ist … oh, da kommt schon wieder eine Instant Message rein.

P.S.:  Bevor ich Kommentare bzgl. der “analogen synchronen Kommunikation” bekomme: Ja, auch das visuelle System ist analog. Und ja, wir haben i.d.R. als User noch keine “echte” digitale Schnittstelle zur Hardware. Es war halt scherzhaft gemeint :)

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Nachlese Scrum-Veranstaltung in Wolfsburg am 18.10.2011

Am 18.10.2011 hatten wir einen Scrum-Abend. Veranstalter war die Gesellschaft für Projektmanagement, GPM e.V. Wir waren an der AutoUni von VW. Eine sehr schöne “Location” muss man wirklich sagen: Modern und mit einer sehr interessanten Architektur. Hier würde ich sehr gerne lehren.

Inhaltlich habe ich eine kleine Einführung in Scrum damit verbunden, die Vorteile und mögliche Problembereiche zur Diskussion zu stellen. Hintergrund war, dass ich nach einigen Jahren Erfahrung mit Scrum einige Punkte sehe, die zu beachten sind, wenn man mit Scrum Projekte durchführt. Das wollte ich einmal zur Diskussion stellen. Außerdem habe ich im letzten Semester ein Wahlpflichtkurs “Agiles Projektmanagement mit Scrum” angeboten, das auch gut angenommen wurde. Die Studenten sind sehr interessiert an dem Ansatz.

Nach meinem Scrum-Teil kam ein Praxisbericht über den Einsatz von Scrum bei der Fa. Projektron von Herr Kirsch. Mehr als 100 Teilnehmer aus der Region und natürlich aus dem VW-Konzern bzw. dem Umfeld kamen zu unserem Event. Audi-Mitarbeiter aus Ingolstadt wurden per Video-Konferenz “versorgt”. Bei der Diskussion wude noch einmal deutlich, dass Scrum nicht im Widerspruch zu anderen Vorgehensweisen und Modellen wie z.B. CMMI ist und einer umfangreichen Anpassung und ggf. Erweiterung bedarf, damit es für das eigene Unternehmen “passt”. Fazit: Ein gelungener Abend mit interessantem Erfahrungsaustausch. Die Folien gibt es bald zum Download.

Info auf der AutoUni-Webseite

Personen von links nach rechts;

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Grundkurs für Politiker und Juristen: Verständliche Wortwahl (oder “Requirements Engineering für Anfänger)

Viel ist über das “Beamtendeutsch” und unverständliche juristische Formulierungen geschrieben worden – ein Dauerärgernis für (nahezu) jeden Bürger, der weder Jura studiert hat noch ein linguistisches Genie ist. Wie auf eine (sinnvolle) Steuerreform warten wir seit Urgedenken darauf, dass sich etwas ändert, aber offenbar sind die Regierungen der Länder bzw. die Bundesregierungen mit irgend etwas anderem beschäftigt – vermutlich mussten sich alle der alternativlos gewordenen Verschuldung widmen. Nun ja, das kostet eine Menge Kraft; da bleibt nichts mehr übrig für “sprachliche Simplifizierungen” – das ist schade. Da ist es kaum tröstlich, dass es dabei keine Rolle spielt, welche der (alten) Parteien gerade am Ruder war: Entbürokratisiert haben sie praktisch nichts, dafür aber umso mehr Schulden gemacht.

Aber genug der Theorie – gehen wir in die praktische Anwendung. Hier mal ein nettes Beispiel für den Formulierungsirrsinn von linguitistisch verwirrenten Menschen:
“Der Betreiber eines Telekommunikationsnetzes nach § 35 Abs. 1 des Gesetzes muß Leistungen gemäß § 33 Abs. 1 des Gesetzes einschließlich der jeweils erforderlichen übertragungs-, vermittlungs- und betriebstechnischen Schnittstellen in einer Weise anbieten, daß keine Leistungen abgenommen werden müssen, die nicht nachgefragt werden.” (Quelle: Netzzugangsverordnung – NZV).
Übersetzt man diese juristisch-amtliche Darmverschlingung, soll es wohl sinngemäß heissen: “Der Kunde bekommt nur das, was er will”. Interessant ist dieser Teil des NZV schon deshalb, weil den Autoren hier einige grundlegende Dinge offenbar nicht klar waren:

a) Unnötige Wiederholung (“Deppendoppelung”): Bei Nennung eines Paragraphen braucht man nicht jedesmal den netten Genitivkonstrukt “des Gesetzes ” aufzuführen, außer man leidet unter akuten “Blödsinnigkeitsanfällen”. Wenn ich mich auf ein anderes Kapitel oder einen anderen Paragraphen beziehe, brauche ich doch nicht jedesmal das Dokument zu erwähnen, das ich gerade lese. Kein vernünftiger Mensch schreibt in seinem Buch: “Wie schon in dem Kapitel 3.4 dieses Buches [das Sie Knalltüte gerade in den Händen halten] erwähnt …”. Es reicht doch völlig, nur bei externen Referenzen das Werk zu nennen.

b) Unnötige begriffliche Pseudo-Erklärungen (“Glossarium-Mystikum” oder “Glossar, Du unbekanntes Wesen”): Wenn man einen Begriff verwendet, dann kann man ihn beim ersten mal erklären oder im Glossar (Begriffssammlung) aufführen. Das gilt dann für das gesamte Dokument, das man liest. Jeder, der auch nur ein halbes Semester an einer Baumschule studiert hat, weiß das. Auf keinen Fall braucht irgend jemand auf dieser Welt ständig eine Erinnerung, wo oder wie der Begriff nun definiert ist. Wer also so etwas schreibt wie “Der Betreiber eines Telekommunikationsnetzes nach § 35 Abs. 1″ sollte sich also nochmal an eine (Hoch-)Schule seiner Wahl begeben und sich dort erklären lassen, wie man vernünftg mit Begriffen umgeht – mein 7-jähriger Sohn steht da übrigens auch gern zur Seite.

c) Unnötige Nebensätze (“Knallkopfkomplexität”): Es ist eine unglaublich tolle Eigenschaft der deutschen Sprache, dass wir Nebensätze bilden können. Ohne sie wäre das Leben erheblich schwerer. Wie können wir sonst so etwas formulieren wie “Sohnemann, ich würde Dir ja gerne den Zehntausend Euro treuren Roboter kaufen, aber ….”. Es scheint aber Menschen zu geben, die wenig aussagen (können), dies aber so nicht hinnehmen wollen und sich daher hinter unsinnigen Nebensätzen verschanzen müssen. Wer also so etwas schreibt wie “in einer Weise anbieten, daß keine Leistungen abgenommen werden müssen, die nicht nachgefragt werden”, der kann entweder nicht mit Adjektiven umgehen (z.B. “unerwünschte Leistung”) oder ist bösartig oder einfach nur ein Knallkopf.

d) Unnötige Ergänzungen (“Blödsinnsappendix”): Die Angst etwas vergessen zu haben, ereilt uns ja jedes Mal nach dem Einkaufen … das ist doch aber kein Grund, bei allen Sachverhalten nun ergänzenderweise Dinge hinzuzufügen, die doch entweder auch für wirklich jeden Menschen(affen) sonnenklar sind oder an anderer Stelle (Stichwort: Glossar) besser aufgehoben wären. Stellen wir uns einmal vor, ich würde im Supermarkt ein Schnitzel an der Fleischtheke bestellen: “Ich hätte da gerne ein Schnitzel einschließlich der dafür notwendigen Dienstleistungen für die Tötung des Tieres (der Sau), der Zerteilung, der Säuberung und der Verpackung sowie der Lieferung des Verpackungsmaterials …”. Wenn ich mit meinem Satz dann fertig wäre, würde das Stück Fleisch schon längst vergammelt sein. Warum also terrorisiert der Jurist oder der Beamte uns mit Ergänzungen wie “einschließlich der jeweils erforderlichen übertragungs-, vermittlungs- und betriebstechnischen Schnittstellen”? Keiner weiß das – außer natürlich der Blödmann, der diese Formulierung “ersonnen” hat.

Es wäre also für (fast) jeden Menschen auf dieser Welt unter Beachtung der Deppendoppelung, des Glossarium-Mystikums, der Knallkopfkomplexität und des Blödsinnsappendix’ möglicht gewesen, einen einfacheren Satz hervorzubringen:

“Der Betreiber muß Leistungen in einer Weise anbieten, daß keine unerwünschten Leistungen abgenommen werden müssen.”

Zum Vergleich hier nochmal das Originalungetüm:
“Der Betreiber eines Telekommunikationsnetzes nach § 35 Abs. 1 des Gesetzes muß Leistungen gemäß § 33 Abs. 1 des Gesetzes einschließlich der jeweils erforderlichen übertragungs-, vermittlungs- und betriebstechnischen Schnittstellen in einer Weise anbieten, daß keine Leistungen abgenommen werden müssen, die nicht nachgefragt werden.” (Quelle: Netzzugangsverordnung – NZV).

Aber es geht noch einfacher oder besser gesagt: verständlicher:

“Der Betreiber muß Leistungen so anbieten, daß ein Kunde keine unerwünschten Leistungen kaufen muss.”

Schaut man sich diesen Satz an, dann fragt man sich schon, ob das nicht ohnehin schon durch das BGB oder andere Gesetze verboten ist. Eigentlich steht da jetzt ja nur, dass ich niemanden betrügen soll. Hmmm, interessant ist also, dass man als Gesetzgeber in der Netzzugangsverordnung für die Telekommunkation nochmal explizit schreiben muss: “Hau bitte Deine Kunden nicht übers Ohr!”. Das scheint also in der Branche dringend notwendig zu sein. Und für so einen “Gesetzestext” haben wir Bürger (viel? wieviel?) Steuern investiert. Wenn ich also für meinen Reisepass 59,00 Euro oder so zahlen muss (ich frage mich bis heute, wie die auf den Betrag kommen und warum es nicht 59,25 Euro sind), dann will ich auch wissen, was mich eine Netzzugangsverordnung gekostet hat, in der steht, dass man andere nicht behumsen soll – und warum man dafür studierte Juristen braucht (gibt es da nicht sinnvolle Beschäftigungsmöglichkeiten? Also ich brauche da ab und zu mal einen Babysitter …).

Und während sich die “etablierten” Parteien noch wundern und sich fragen wie jemand 8.9% der Stimmen bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl bekommen kann, darf ich hier einmal etwas “Werbung” machen: “Verordnungen, Diskussionspapiere und Vertragswerke sollten so kurz und sprechend wie möglich und für den Bürger verständlich gehalten werden.” (Quelle: Piratenpartei).

Offenbar gibt es eine wachsende Zahl von Bürgern, die den anderen Parteien so einfache Dinge wie die eine verständliche Wortwahl nicht (mehr) zutrauen.

Ach so: Was hat denn das alles nun mit “Requirements Engineering” zu tun? Nun, ich bin Informatiker und muss deshalb (möglichst) viele englische Begriffe verwenden (sorry, aber das ist genetisch und nicht mehr zu heilen). “Requirements Engineering” befasst sich als Teildiszipkin der Informatik mit den Anforderungen (von Kunden, Anwendern etc.). Das ist wichtig, weil man – bevor man etwas kauft – ja klar sagen muss, was man will und was nicht. Eine sehr wichtige Regel für den Anforderungsanalytiker, der die Anforderungen für den Kunden aufschreiben soll, lautet: “Verwende die Sprache der Anwender ” (“Use the language of the end-user”). Das ist eine ganz einfache Regel und sollte jedem Menschen (nicht nur den Informatikern) klar sein. Warum geht das bei Gesetzen nicht (immer)? Wir Bürger sind doch die Anwender (User), oder?

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Deutschland schafft sich ab? Nein: Deutschland bleibt sich treu – zumindest “bürokratisch” gesehen …

Das ist schon komisch mit dem Deutschland unserer Tage: So unterschiedlich kann die Wahrnehmung sein, denn wo andere schon von der (Selbst-)Abschaffung reden, sind wir aus meiner Sicht noch gar nicht auf dem “Höhepunkt” angelangt. Man ahnt es ja schon: Meine Geschichte heute ist nicht genetisch oder handelt um einen Migrationshintergrund, sondern mal wieder um den Bürokratenvordergrund: Es geht um den “Zenit der deutschen Bürokratie”, der vielleicht bald erreicht sein wird. Hurra!

Nun aber mal schön der Reihe nach: Eines schönen Tages (also Ende der Kalenderwoche 40) stellte ich fest, dass mein Sohn erfreulicherweise von einer akuten Attacke “Herbstferien” bedroht wurde. Während ich mich noch für ihn freute, stieg in mir so langsam das Gefühl auf, das man kennt, wenn irgend etwas nicht stimmt (s. Inkongruenzentdecker). Da wurde mir klar, dass ich gar keine Herbstferien habe und somit ein Betreuungsproblem existiert. Die Freunde sind verreist, die Nachbarn sind kinderlose Snobs und die Oma ist gesundheitlich angeschlagen. Au weia, was für eine Sauerei! Übrigens kommen wir im Rahmen dieser “tierisch” schlimmen Geschichte später wieder auf das Schwein zurück (statt “auf den Hund gekommen” sozusagen).

“Kein Problem”, dachte ich, “mir wird bestimmt geholfen, denn wir leben ja in einem derartig familienfreundlichen Land, dass sich selbst das Ordnungsamt in seinem erbarmungslosen Pflichterfüllungswahn um mein parkendes Auto vor der Kita kümmert und es schafft, innerhalb von 5 Sekunden Strafzettel auszustellen, obwohl ich niemanden behindert und einen Kita-Parkschein des Bezirksamtes an der Scheibe habe” (s. Brief an den Polizeipräsidenten). So eine “Performance” gehört übrigens ins Guinness Buch der Rekorde, denn wenn die in dem Buch einen Rekord für die “Größte in zwei Minuten gemolkene Milchmenge” haben (s. Web-Seite), dann könnte es doch auch so etwas wie die “Größte Menge an abkassierten parkenden Eltern vor der Kita in 10 Sekunden” geben, oder? Man stelle sich mal diesen unglaublichen Image-Gewinn in der Welt vor, wenn da steht: Rekordhalter: “Ordnungsamt von Berlin-Schöneberg, Deutschland”. Nun ja, wie auch immer: Ich wollte ja eigentlich von den Herbstferien erzählen. Ich verwende dafür mal so eine Art Tagebuchform, damit der zeitliche Verlauf deutlich wird.

Tag 1: (Freitag): Ich frage den Erzieher in der Schule, wie das nun mit der nächsten Woche wäre, denn da sind ja Ferien. Es gibt ja bestimmt ein Ferienprogramm und da mein Sohnemann schon hier an der Schule ist, kann er ja bestimmt dabei sein, denn ich muss am Montag ca. 11 Stunden arbeiten – ich arme Sau …

Manche Fragen sollte man einfach nicht stellen – das wird einem bei staatlichen Institutionen sehr schnell klar. Der Erzieher antwortete mir freundlich, aber besorgt: Da wäre ich aber spät dran, denn ich müsse erst mal zum Jugendamt einen Bedarfsbescheid beantragen und dann müsse ich noch einen Vertrag mit der Schule abschließen, denn so einfach ginge das ja schließlich nicht. Formulare würde ich ich aber schon mal hier beim Chef bekommen. Viel Glück!

“Na toll.”, denke ich, “Das kann ja heiter werden”. Ich ahnte zu diesem Zeitpunkt noch nicht, auf was ich mich da eingelassen hatte. Aber wie heißt es so schön frei nach Goethe “Die ich rief, die Geister und Bürokraten / Werd’ ich nun nicht los.”

Den Samstag und Sonntag nehmen wir mal hier raus, d.h. die “zählen” nicht. Weiter geht es mit dem Montag und dem Dienstag:

Tag 2 und 3 (Mo. und Di.): Ich schaue mal ganz früh ins Internet und sehe zu meiner Freude und zu meinem große Erstaunen, dass das Jugendamt anscheinend von Montag bis Freitag von 9:00 Uhr bis 13:00 Uhr geöffnet ist. Das sind richtig tolle Zeiten für berufstätige Menschen, denke ich, aber dass die wirklich jeden Vormittag offen haben und vielleicht arbeiten (0der zumindest anwesend sind und Bürger empfangen), finde ich faszinierend. Schade, dass ich am Montag und Dienstag Seminare habe, aber mein Sohn soll auch mal etwas über Software-Engineering-Prozesse, Metamodelle und Code-Generierung erfahren – er ist ja schließlich mit 6 Jahren alt genug dafür. Also nehme ich ihn einfach mit zur Vorlesung. Die Studenten sind recht verständnisvoll bzw. reagieren gleichgültig auf den kleinen Gasthörer. Fazit: Das klappt besser als ich dachte. “Die Studenten werden ja auch immer jünger” ist der häufigste Satz, den ich an diesen Tagen höre. Das Essen in der Mensa bekommt uns beiden auch richtig gut.

Tag 4 (Mittwoch): Der große Tag ist da und wir gehen pünktlich um 9:00 Uhr zum Bezirksamt. Im Foyer wartet auch schon eine extrem “freundliche” Dame am Empfang. Ich frage sie, wo das Jugendamt wäre. Ihre Antwort: “Das Jugendamt ist morgen im 2. OG da.”. Ich frage sie, warum es denn nicht heute im 2. OG “da” ist. Sie bringt mir schonungslos bei, dass heute geschlossen ist und es halt morgen wieder eine Sprechstunde gibt. Ich bin ein bisschen verwirrt, aber der Gestik, der Mimik und der Körpersprache der guten Frau entnehme ich, dass ihre Kapazitäten für eine weitere Kommunikation mit mir erschöpft sind. Ich sage zu meinem Sohn: “Siehst Du, so sind Ämter: Wenn man sie braucht, sind sie nicht da.” Nun ja, morgen ist auch noch ein schöner Tag, an dem man sich auf den dunklen, cremig-grauen Behördengängen herumtreiben kann. Die Aktion hatte gerade einmal 3 Minuten gedauert, aber als ich dann zum Parkplatz kam, blinzelte mich ein Zettelchen am Scheibenwischer an: Ein netter Strafzettel vom flinken Parkwächter. Klasse! Während Jugendämter geschlossen sind, klappt das Abkassieren halt immer noch jederzeit und in Rekordzeit. Vermutlich sind das die “Amtsträger” vom Jugendamt, die heute “Ausgang” haben: Statt von irgendwelchen verzweifelten Eltern Anträge entgegen nehmen zu müssen, sollen die Damen und Herren vielleicht heute mal “Umsatz” auf dem Parkplatz machen. Aber nein, das kann nicht sein: Das Ordnungsamt lässt sich doch nicht von barmherzigen Jugendamt-Softies die hart erkämpfte Butter vom Brot nehmen. Ich unterdrücke also ein zweites Mal mein Fluchen und gehe erst mal auf den Spielplatz … Wenn das so weitergeht, dann brauche ich gar keinen Bedarfszettel mehr – die Herbstferien sind im Gegensatz zum “Irrsinnsgrad” von Bürokratien doch recht endlich.

Tag 5 (Donnerstag): Und da stehen wir wieder einmal pünktlich um 9:00 Uhr im Palast des Bürgerglückes, dem Bezirksamt. Diesmal lasse ich die “Freundlichkeitsbeauftragte” in Ihrem Empfangskabuff links liegen (man muss sich ja nicht unnötig den guten Morgen verderben) und schaue auf die große Wandtafel direkt daneben: “Ha! Wer lesen kann, ist klar im Vorteil”, denke ich und sage es lauthals, damit es die “Dame” im Kabuff hören kann – was aber mit Sicherheit keinerlei Effekt haben wird. Immerhin spart mein Lesen wertvolle Kommunikationsenergie, was ich bei Ämtern wirklich schätzen gelernt habe. Mein Sohn schaut mich fragend an und ich erkläre ihm, dass er nicht nur für Behördengänge so schnell wie möglich das Lesen lernen sollte.

Wir gehen in den 2. Stock zum Zimmer 2541 oder so, an dem steht, dass man vielleicht ins Zimmer 2543 sollte, wo dann wieder steht, dass die Anträge im Zimmer gegenüber angenommen werden. Diese liebevoll mit bunten Zetteln beklebten Zimmertüren in den Ämtern (s. Photo) bestärken mich irgendwie in dem Glauben, dass hier ursprünglich zwar mal jemand arbeiten wollte, aber man durch eine Verkettung unglücklicher Umstände dann letztendlich für den Bürger doch nicht da sein kann. Ich bin verwirrt und fange einfach nochmal von vorne an: Ich versuche die erste Tür zu öffnen, an der ich war. Es klappert gewaltig, aber öffnen lässt sich dieser magische Zugang zu staatlicher Dienstleistung leider nicht. Leicht genervt probiere ich es an der nächsten Tür, die in faszinierend gleicher Art klappert – aber verschlossen ist. Auch die nächste Tür reagiert auf keinerlei Sesam-öffne-Dich-Spruch. Ich fühle mich hilflos und allein gelassen vom Amt … Wut steigt in mir auf. Da … was ist das? Eine Stimme! Ja, da ruft jemand. Juchu, es gibt Hoffnung. Ich eile zur helfenden Stimme und … tatsächlich: Da steht eine Sachbearbeiterin in der zuvor verschlossenen Tür! Der Anblick dieser trostlosen und grauen Person stürzt zwar normalerweise jeden Besucher spontan in eine tiefe Depression, aber ich habe ohnehin keine Brille auf, bin nun guter Dinge und versuche mit ihr zu kommunizieren: “Aha, es ist doch jemand da. Das ist aber schön.” sage ich. Sie antwortet mürrisch: “Naja, Sie haben ja so laut an der Tür gerüttelt, dass wir es hören konnten … wir sind sozusagen wach gerüttelt worden.” Das ist ja unfassbar! Diese Ehrlichkeit verblüfft mich völlig … oder ist das der neue subtile Humor der Berliner Verwaltung? “Berlin ist pleite, sexy und irrsinnig witzig” hat Bürgermeister Wowereit vielleicht als neues Motto ausgerufen.

Ich will der guten Frau gerade erklären, dass ich dringend so ein Bedarfsdingsbums für meinen Sohn brauche, da kommt sie mir zuvor: “Wir haben jetzt keine Sprechstunde. Da müssen Sie schon um 15:00 Uhr wiederkommen.” Ich verstehe das nicht und sage: “Aber im Internet habe ich doch gerade gestern gesehen, dass Sie um 9:00 Uhr geöffnet haben. “Das kann nicht sein.” sagt sie. “Aber da steht es doch so im Internet …” versuche ich nochmals in einem Anflug von Irrationalismus, denn ich weiß: Ein Sachbearbeiter auf einem Amt hat die mentale Flexibilität und die Widerstandskraft einer Panzerglasplatte – da prallt einfach alles ab. “Das kann nicht sein” wiederholt die Dame dann auch. Ich merke, dass sich das Gespräch beliebig oft im Kreis drehen wird und der Verlierer steht auch schon fest. Mein Vater sagte immer: “Streite Dich nicht mit den subalternen Typen und Handlangern herum, das macht keinen Sinn.” – er hatte ja so recht.

Also gehe ich mal wieder mit meinem Sohn, der sehr viel über die deutsche Bürokratie gelernt hat, zum Spielplatz und versuche, meinen Adrenalinspiegel in den Griff zu bekommen. Ich schaue mir nochmal das Antragsformular an. Auf der zweiten Seiten steht dann eine Information zu den Öffnungszeiten des Jugendamtes und tatsächlich: Die haben nur Dienstag am Vormittag und Donnerstag am Nachmittag geöffnet. Das wäre also geklärt. Konnte ja auch gar nicht wahr sein, dass die jeden Tag für den Bürger zu sprechen sind … ja, wo kämen wir denn da hin? Es reicht ja schließlich, wenn das Ordnungsamt ununterbrochen Parksünder zur Strecke bringt. “Ordnung(samt) ist wichtiger als Jugend(amt)” hat Vowereit sicherlich postuliert.

Immer noch Tag 5 (Donnerstag): Pünktlich um 15:00 Uhr finden wir uns dann in den heiligen Amtshallen ein. Nach der üblichen Verwirrung stehen wir nun vor der richtigen beklebten Tür und treten ein. Ja! Es ist geöffnet und die Sachbearbeiterin setzt uns nicht sofort wieder vor die Tür – das ist ein Etappensieg. Ich erkläre ihr, dass ich so ein komisches Bedarfsding brauche und dafür schon mal das Bedarfsmeldungsantragsformular ausgefüllt habe. Sie schaut es sich an und fragt dann nach meinem Einkommensnachweis. Klar, dass ich den nicht mitgenommen habe. Ich wusste es ja eigentlich schon vorher: Wenn Du zu einem Amt gehst und was willst, dann KANN es gar nicht klappen, denn irgendein Mist, den die Bürokraten brauchen, hast Du bestimmt vergessen. Ich versuche der Sachbearbeiterin zu erklären, dass wenn ich nicht arbeiten würde, dass ich dann doch auch keinen Bedarf hätte und auch nicht in ihrem wunderschönen Amtszimmer sitzen müsste und überhaupt ist das doch egal. Sie sagt: “Ja, ich glaube Ihnen ja, aber ich muss wissen, ob Sie arbeiten”. Ich versichere ihr erneut, dass ich einer (relativ) geregelten Tätigkeit nachgehe und auch immer mein Mittagessen aufesse, damit das Wetter schön wird. Weiterhin frage ich sie: “Wieso ist das überhaupt von der Arbeit abhängig? Die Kinder von arbeitslosen Menschen sollten doch auch das Ferienprogramm in Anspruch nehmen können, oder?”. Sie verneint: “Die haben halt keinen Bedarf und dann geht das nicht.” Was für ein Schwachsinn: Kindern von Arbeitslosen ist es also amtlich untersagt, in den Ferien tagsüber in der Schule oder dem Hort mit ihren Freunden zu spielen. Weiß eigentlich irgend ein Politiker, welcher Unsinn sich da abspielt? Ich flehe die Sachbearbeiterin an, mir doch endlich diesen blöden Bedarfszettel zu geben. Sie geht darauf ein und bittet mich aber, umgehend den Einkommensnachweis zu faxen oder per Mail zu senden. Außerdem könne sie mir den Bedarfsschein nicht sofort geben, denn das würde schon einige Tage oder Wochen dauern. Auch das muss jedem Bürger klar sein: Wenn ein Amt mal was für den Bürger machen kann, dann aber bitte nicht sofort – wo kämen wir denn da hin, wenn das alles so schnell ginge? Falsch: Sie gibt mir einen vorläufigen Bedarfsmeldungsbestätigungsmiteilungsnachweis in die Hand (oder wie auch immer dieser zettelmäßige Bürokratenquatsch heissen mag). “Damit können Sie dann zur Kita oder zum Hort. Leider erkennen das nicht alle Einrichtungen an. Viel Glück.” sagt sie noch zum Abschied. Super! Ich habe also einen amtlich-staatlichen Zettel, der von amtlich-staatlichen Schulen und Kitas vielleicht nicht akzeptiert wird: Ja, das ist Deutschland, so lieben wir es! Was sagt eigentlich der Wovereit dazu? Hauptsache die Sache bleibt spannend, denke ich. Fazit: Das Schicksal meint es heute wirklich gut mit mir: Ich gehe mit einem vergilbten und gestempelten A5-Zettelchen aus dem Amt. Also verlassen wir zufrieden diesen Tempel der unverständlichen Regelungen und absurden Formulare.

Damit also das Kind wenigstens morgen am Vormittag mit seinen Freunden spielen kann, gehen wir gleich zur Schule, um diesen Sonderbetreuungsvertrag (oder was auch immer das sein mag) abschließen zu können. Die Schule ist auch geöffnet, aber das Büro hat heute leider nur bis 15:00 Uhr Sprechstunde. Yes, we cannot! Genau bis 15:00 Uhr! Man hat also KEINE Chance, denn wenn das Jugendamt öffnet, dann schließt das Schulsekretariat exakt zur gleichen Zeit. Die haben sich abgesprochen und gegen die Eltern oder speziell gegen mich verschworen. Genau, das ist es: Eine Verschwörung auf allerhöchster Ebene – wahrscheinlich hat sich das deutsche Innenministerium mit dem mächtigen Verein der Meerschweinchenfreunde in Österreich zusammen getan und eine Betreuungsattacke auf mich von langer Hand vorbereitet – bestimmt planen die das seit den frühen 70er Jahren, sonst hätte das ja gar nicht so perfekt funktioniert. Nun, das sind halt absolute Profis; was soll ich da machen? Egal, denke ich, morgen ist ja auch noch ein Tag.

Tag 6 (Freitag): Der Tag des Showdown ist gekommen. Wie bildet man überhaupt den Genitiv von Showdown? Solche und andere überlebensnotwendige Fragen gehen mir durch den Kopf: Werden wir es heute schaffen? Gewinnt der verschworene Geheimbund und verhindert, dass mein Sohn seine Freunde sieht? Wird der Schweinefreunde e.V. eine Rolle dabei spielen? Werden sich die Ferkel (s. Photo) auch daran beteiligen?

Wir stehen pünktlich um 8:00 Uhr vor dem geöffneten (!) Sekretariat. Der Chef ist da (!). Das wird bestimmt ein Happy End, denke ich. “Ja, also da müssen Sie einen Vertrag mit dem privaten Träger abschließen.”, sagt der nette Herr. “Klasse, ” sage ich, “deshalb sind wir ja hier. Ich unterschreibe und mein Sohn kann dann sicher gleich hier bleiben.” Meine Freude wird allerdings getrübt: “Naja, der Träger ist nicht hier im Hause und normalerweise braucht das ein paar Tage …”, bremst der Herr meinen Optimismus mit seinen “brutalstmöglichen” Worten. Meinem entgleisten Gesichtsausdruck kann er allerdings entnehmen, dass er da jetzt irgendwas machen muss, was in eine positive Richtung deutet (vielleicht hatte er ja auch Todesangst …). “Äh, Sie können da jetzt selbst zum Träger fahren und den Vertrag abschließen. Ich telefoniere dann mit denen und Sie könnten dann ab Montag Ihr Kind zu uns bringen.”, versucht er die Situation zu retten. Ich gehe natürlich darauf ein: “Wissen Sie, ich bin jetzt seit einer Woche damit beschäftigt, meinen Sohn dahin gehen zu lassen, wo er auch sonst immer hingeht: Zur Schule. Also, was soll’s?”, entgegne ich in einem Anflug von gleichgültig-routinierter Restmotivation, die schon deutlich von Resignation geprägt ist. Er gibt mir die Adresse und wir fahren los.

Nach 20 Minuten sind wir da. Wir kommen bei der Sachbearbeiterin ins Büro, und ich erzähle ihr von der Betreuungsodyssee. Sie scheint mäßig interessiert zu sein an unserer Geschichte und teilt mir mit, dass es da einen Standardvertrag gibt, der für das Schuljahr gilt. “Aha, für das ganze Schuljahr?” frage ich, “Das ist doch bestimmt mit Kosten verbunden, oder?” Sie antwortet leicht defensiv: “Ja, aber die genaue Höhe kann ich Ihnen nicht sagen.” Aha, so einfach ist das also. Ich werde nun deutlich: “Also fassen wir das mal zusammen: Ich will für Montag und Dienstag nächster Woche meinen Sohn in die Schule schicken, dafür renne ich nun die gesamte Woche hin und her und muss nun für die 2 Tage einen Vertrag für ein ganzes Jahr abschließen ohne zu wissen, was mich der Spaß kostet. Ist das soweit korrekt?”
Nun entgegnet die gute Frau noch vorsichtiger: “Nun ja, ich kann Ihnen da eine Liste geben, da können Sie ungefähr sehen, was das kostet…”.
Ich schaue auf die Liste und stelle fest, dass ich wohl so um die 60,- Euro pro Quartal zahlen müsste. Ich sage: “Also wenn ich nur für die 2 Tage die Betreuung benötige, muss ich nun 240,- Euro zahlen? Das ist doch völlig am Bedarf vorbei geregelt. Das ganze Verfahren ist ja an Absurdität nicht mehr zu überbieten. Ist ja irre!”.
Übrigens ist die entsprechende Regelung das Tagesbetreuungskostenbeteiligungsgesetz – allein für den Namen dieses Gesetzes sollte man den “Erfinder” mal eine Woche lang auf einem Kita-Kinderstuhl festbinden – die Thrombose in den Beinen soll der dann auch mal selbst behandeln. Am besten man bindet die beteiligten Politiker gleich mit an den Stuhl.
Nun ja, sie sagt jedenfalls: “Nun, so sind die Bestimmungen. Ich habe die nicht gemacht. Da kann ich nichts für.”
Ah ja, dieses Bürokratentotschlagargument kennt man ja. “Ich möchte den Menschen sprechen, der diesen Schwachsinn verzapft hat.” sage ich, “Wo ist das Subjekt?”
“Das weiß ich nicht. Sind wohl die Politiker.” entgegnet Sie ratlos, fügt dann aber hinzu: “Ich könnte Ihnen vielleicht auch einen Quartalsvertrag anbieten. Das könnten wir mal versuchen. Aber ich weiß nicht genau, ob das funktioniert.”
Ich antworte: “Und wenn das nicht klappt, habe ich wieder ein Jahresvertrag an der Backe. Ist ja toll!”.
Dann klingelt das Telefon und Sie muss irgend eine andere Bürokratenaktivität besprechen. Ich schaue meinen Sohn an, er schaut mich an … wir beide stehen auf und gehen. Wir lassen einfach diesen bürokratischen Overkill hinter uns und lassen es gut sein. Man muss auch mal eine Niederlage akzeptieren und erkennen, dass man verloren hat, wobei ich es als Gewinn empfinde, wenn ich mit meinem Sohnemann zusammen bin und wir spielen: Wir haben dann in der Folgewoche eine richtig schicke gruselige Halloween-Verkleidung gebastelt, mit der wir bald mal zum Jugendamt gehen werden, um da mal etwas “Leben” in die Bude zu bringen (s. Photo). Ich fürchte nur, dass wir in dem Zombie-Kostüm dort gar nicht so sehr auffallen …

Tja, so einfach endet die Geschichte. Nach dieser spannenden Woche und einem kaum kalkulierbaren volkswirtschaftlichen Schaden, der durch meine Aktivitäten und die “Tätigkeiten” der vielen Sachbearbeiter entstanden ist, bleibt mir also nur noch der Blog. Ob ich mal dem Klaus Wowereit einen Brief schreibe? Der ist immerhin der Bürgermeister von Berlin und sollte seinen Amtsapparat kennen, oder? Nein Quatsch, der hat sicherlich keine Zeit für so einen profanen Betreuungsquark und muss eher so wichtige Sachen wie die Schirmherrschaft und die Eröffnungsrede für das Festival of Lights übernehmen – ja, lasse Dein Licht leuchten. Da war doch noch ein Senator für Bildung, Wissenschaft und Forschung (und Bürokratie) oder? Ja, richtig,Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner ist der Mensch mit dem Durchblick beim Jugendamt. Was da auf “seiner” Webseite steht, ist “faszinierend” (würde Mr. Spock, der Halbvulkanier sagen): “Unsere Gesellschaft braucht gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie, und damit exzellente Kinderbetreuung.” Ja, genau: Diesen Bedarf hatte ich auch vor einer Woche festgestellt. Toll, Herr Zöllner, das hat ja gut geklappt mit der Vereinbarkeit: Ich habe meinen Sohn (selbst) exzellent betreut, konnte mit ihm arbeiten gehen und viel Spielen. Vielen Dank, lieber Herr Senator! Weiter heißt es: “Unsere Gesellschaft lebt von einer guten Bildung für Kinder und Jugendliche, deshalb hat Bildung für uns Priorität.” Auch dem kann ich uneingeschränkt zustimmen. Es ist einfach erfreulich, wenn man sieht, dass unsere Politiker den richtigen, bürgernahen Ton treffen und den markigen Worten auch Taten (der Sachbearbeiter) folgen lassen. Ich bin also rundum “bedient” und zufrieden …

Nur eine Sache noch: Ich habe die Geschichte ja schon einigen Menschen erzählt und so manchen lustigen Kommentar gehört. Zuweilen habe ich mich dabei kritisch gegenüber den vielen (überflüssigen?) Bürokraten geäußert, denn zumindest in diesem Fall gilt: Wenn die schwachsinnigen Bedarfsregelungen und diese vielen sachbearbeitenden Amtstypen nicht dagewesen wären, hätte mein Sohn schön in der Schule mit seinen Freunden spielen können und der Staat hätte viel Geld sparen können (eine Win-Win-Situation sozusagen). Wie auch immer, es gab da einige zweifelhafte Subjekte, die mir entgegneten: “Was hast Du denn? Wenn die nicht in den Ämtern arbeiten würden, dann säßen sie auf der Straße und da kosten sie auch Geld”. Mir fällt dazu nicht viel ein, nur dass es manchmal hilft, die Großhirnrinde zu aktivieren, bevor das Sprachzentrum (unqualifiziert) zuschlagen kann. Gab es da nicht einmal die Verpflichtung zum verantwortungsvollen Umgang mit Steuergeldern durch die öffentliche Hand? Wieso sollen im Jugendamt viele gut bezahlte, aber sinnlose Amtsträger sitzen, die Unmengen an Steuergeldern kosten, wenn man sie sinnvoll für den freien Arbeitsmarkt weiterbilden könnte – oder kann man die nicht (weiter)bilden? Irgendwas habe ich da nicht verstanden. Auch sollten diese Knalltüten mir mal bei ihrem “staatlichen Arbeitsbeschaffungsprogramm” mit dem Titel “Besser-beim-Amt-sitzen-als-auf-der-Straße” erklären, wie mit dieser schreienden Ungerechtigkeit umzugehen ist: Während einige Menschen als praktisch unkündbare und gut versorgte “Dummies” in den Ämtern sitzen dürfen, müssen andere von Hartz IV oder dem Verspeisen amtlicher Formulare leben. Das verstößt doch dann sicher gegen die Anti-Diskriminierungsrichtlinie der EU, oder? Solche Vorschläge sollten mit 5 Jahren “Haft” im Jugendamt mit Zwangsausfüllen von vergilbten Antragsformularen mit anschließender lebenslanger Sicherungsverwahrung beim Bürgermeister persönlich geahndet werden. Nun ja, das mit dem Bürgermeister ist vielleicht ein bisschen zu hart – zugegeben. Aber der ist ja ohnehin so gut wie nie in der Amtsstube, denn “Mr. Pleite, aber Sexy” muss schließlich seinen öffentlichen Verpflichtungen nachkommen und beispielsweise zum Neujahrsempfang der Vielflieger gehen. Bravo Wowi, weiter so!

Mein Sohn borgt ihm sicherlich mal das Halloween-Kostüm für den nächsten Empfang aus – als Ausgleich sozusagen, denn schließlich haben wir es ja auch der Politik zu verdanken, dass wir das Kostüm gemeinsam in den Herbstferien basteln konnten. Danke!

VEREIN DER

MEERSCHWEINCHENFREUNDE

IN ÖSTERREICH

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Einstein und der Würfel: IT-Projekte und (k)ein freier Wille?

Vor einigen Tage hatte ich auf XING mal wieder eine dieser “öffentlichen Fragen” gestellt, wobei mir unklar ist, wozu es das gibt: Da fragt einer was und irgendwelche Leute geben ihren Senf dazu. Da ich diese “App” selbst verwendet habe, sollte ich mich mal selbst fragen, warum ich das mache – komme aber an der Stelle nicht weiter. Das muss wohl so ein Web-2.0-Social-Software-Syndrom sein, welches als virulenter Selbstläufer das natürliche Mitteilungsbedürfnis der Menschen derartig heftig anspricht, dass sie nicht umhin können, (nutzlose?) Fragen aufzunehmen (und zu beantworten) statt ihre Mittagspause für die Nahrungsaufnahme zu nutzen. Nun ja, sei es drum. Es gab jedenfalls schon nach wenigen Stunden über 14 Antworten von fleißigen Menschen, wobei mich die Qualität der Beiträge durchaus beeindruckte. Die Gegenfrage einer Teilnehmerin (“Haben Sie schon einmal daran gedacht, einen philosophischen Stammtisch vor Ort zu gründen?”) hat mich wirklich einen Augenblick motiviert, da mal eine kleine Quasselrunde ins Leben zu rufen.
Aber zurück zur Frage. Die lautete “Würfelt Gott wirklich nicht? Und was hat das mit uns zu tun?”. Als Erläuterung habe ich mal einen kleinen Text angefügt, damit das nicht in so einer philosophisch-allgemeinen Antwortwolke aus Beliebigkeit und Trivialaussagen endet: “Die Frage zielt nicht so sehr auf Albert Einsteins Unbehagen bzgl. des Zufalls ab (stochastische Erklärungen in der Quantenmechanik), indem er sagte, dass ‘der Alte nicht würfelt.’ (mit dem ‘Alten’ ist so etwas gemeint wie Gott) , sondern eher die Auswirkungen auf uns: Gibt es in unserem Leben generell keinen Zufall? Ist alles berechenbar bzw. berechnet und damit vorher bestimmt? Hat Pantheismus oder die Idee eines Uhrwerkuniversums Auswirkungen auf unsere tägliche Arbeit? Denken wir darüber nach? Wird ein IT-Projektmanager gelassen(er), wenn er / sie weiß, dass es ohnehin keinen Zufall gibt und sich alles berechnet oder berechnen lässt?”
Wie gesagt: Es kamen einige interessante Antworten, aber so richtig aufarbeiten konnten wir das Thema dann halt doch nicht – was will man denn da nun auch “auf die Schnelle” erwarten? Also ich versuche nochmal einen kleinen Exkurs: Wenn es keinen Zufall gibt, dann müsste sich ja eigentlich alles berechnen lassen. Selbst der Wurf eines Würfels ließe sich berechnen. OK, mag sein. Aber dann musste sich ja eigentlich auch die Entwicklung der Erde “berechnen” lassen. Und auch die Entwicklung des Universums, weil es ja keinen Zufall gibt. Ja, das könnte auch sein. Nun machen wir mal einen Schwenk zum Menschen: Der hat(te) mal so etwas wie einen freien Willen – zumindest denken das manche Menschen. Gut, auch das mag so sein. Aber unsere Handlungen sind nach der “Theorie des verbotenen Zufalls” ja dann auch berechenbar, denn sie müssen sich aus den vorherigen Systemzuständen ergeben (wenn es keinen Zufall gibt, dann bleibt doch nichts anderes übrig, oder?). Wenn sich das also alles “ergibt”, dann haben wir gar keinen “freien” Willen, sondern einen vorhersagbaren (berechenbaren) Willen. Hmmmm. Nun kommt mir die Sache aber doch recht merkwürdig vor. Das würde ja bedeuten, dass ich nichts machen müsste, denn meine Zukunft ist ja schon “berechnet”, d.h. festgelegt auf der Basis einer uns noch nicht bekannten Formel – ziemlich demotivierend wirkt das auf mich. Wenn ich Sport treibe, dann war das also vorher bekannt (nur mir nicht, weil ich die Formel nicht kenne) und wenn ich keinen Sport treibe … auch. Egal was ist tue, das hätte man alles berechnen können. Ich bin also nur eine berechenbare Zahl im Uhrwerkuniversum. Oh je.
Ich weiß nicht wie es Ihnen als Leser bzw. Leserin geht, aber mein Bauchgefühl hat da ein kleines Problem mit dem “berechneten” Menschen. Zufall oder nicht? Das ist hier die Frage. Ach, es gibt ja noch eine dritte Möglichkeit: Die höhere Instanz. Also der “Alte” könnte ja den Lauf der Dinge ständig beeinflussen, d.h. wenn da mal was passiert oder eine Sport treiben will, dann könnte das eine “göttliche” Eingebung gewesen sein. Damit wird der Alte zur “Zufallssubstitution” herangezogen. Naja, das könnte ja sein. Ich frage mich aber nur, macht der Alte das nun zufällig oder nicht, d.h. hat er die “Hoheit” über den Zufall oder nicht? Wenn es für ihn auch keinen Zufall gäbe, dann wäre uns wenig geholfen, denn dann wäre der arme Kerl ja in der gleichen Berechenbarkeitsfalle gefangen wie wir. Und wenn er zufällig handelt, dann bin ich aber ganz schön neidisch … und verstehe nicht, warum er das hat und uns nichts davon  abgibt. Oder der Alte (vielleicht ist er/sie ja sogar recht jung) soll uns mal die Formel geben, dann wären die Finanzkrise und viele viele gescheiterte IT-Projekte vorhersagbar und damit vermeidbar gewesen. Tja, das ist nun ganz schlecht gelaufen.
Vor allem muss man das mal vom Standpunkt des Unterhaltungswertes her sehen. Was sollte den “Alten” (Gott oder so)  denn motivieren eine Welt zu schaffen, deren Verhalten sich vorab (!) berechnen lässt? Das ist doch eine völlig langweilige Veranstaltung, oder? Viel spannender ist es doch, die Akteure mit etwas Zufall auszustatten und dann mal zu sehen, wie es so läuft. Da kann man dann mit den anderen Alten vielleicht eine kleine Wette abschließen, z.B. ob der Homo Sapiens sich nun selbst mitsamt der Erde ins Jenseits befördert oder sich die Sonne doch zuerst abschaltet. Das ist doch Spannung pur – zumindest gut für das Vorabendprogramm.
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Neues vom Polizeipräsidenten

Die Geschichte mit dem Polizeipräsidenten geht ja noch weiter und damit Ihr Euch keine Sorgen machen müsst, werde ich hier nun ein Update zum Besten geben. Aber eines gleich vorweg: Es wird noch eine Fortsetzung geben (müssen). Wer den ersten Teil verpasst hat, hier der Link: Polizei 1.0

Also nach dem lustigen Brief an den PolPräs (so nennt man ihn wohl “neu- oder amtsdeutsch”), war mein Rechtsanwalt ja nun auch nicht faul, biss aber genauso auf Behördengranit wie ich. Kurz gesagt: Bis Mitte Februar tat sich absolut nichts: Keine Antwort von der Polizei, kein Auto, keine Festnahme, kein Besuch vom PolPräs. Schade, denn ich hatte schon in einen guten magenfreundlichen Aldi-Kaffee investiert und meinen Sohn auf den bevorstehenden “hohen” Besuch mental vorbereitet: “Dem musst Du mal Deine Bionicle-Krieger zeigen, dann bekommt er vielleicht eine gute Anregung für die Ausrüstung seiner Polizeibeamten, die sich mit dem Abschleppen von Autos beschäftigen müssen. Das ist sicher ein gefährlicher Job …” sage ich zu ihm. Keine Sorge: Derartigen Sarkasmus kennt er schon von mir – er trägt es mit Fassung. Aber zurück zu meinem Auto: Der Status Quo war ja, dass ein abgemeldetes (also unversichertes) Fahrzeug unauffindbar auf öffentlichem Straßenland “parkte”. Ich machte mir große Sorgen – besonders um den noch gut erhaltenen Kindersitz. Dann rief sie an! Meine Traumfrau rief mich persönlich an. Man stelle sich das mal vor: Es klingelt, ich nehme ab und sage brav meinen Namen. Dann ertönt es: “Hier ist Frau XYZ vom Landeskriminalamt Berlin. Spreche ich mit Herrn P. ?”. “Wow!” sage ich, “Klar bin ich Herr P. Wenn das LKA bei mir anruft, bin ich entweder bald verhaftet oder sie haben mein Auto gefunden.”. Sie entgegnet: “Ja, wir haben Ihr Auto gefunden. Ich habe da so ein Schreiben von Ihnen auf dem Schreibtisch …”. “Ah, der Präsident hat meinen Brief also gar nicht gelesen, sondern Sie?” frage ich interessiert. “Das ist richtig. Ich bin ja auch eigentlich gar nicht zuständig, weil ich mich um echte Diebstähle kümmern muss, aber ich habe da mal den Hut aufgesetzt, damit der Fall geklärt wird.” erzählt sie mir. Ich bin begeistert. Um die Geschichte mal abzukürzen: Der Wagen ist einem Polizeibeamten nur deshalb aufgefallen, weil der TÜV abgelaufen war (das ist aber angesichts des abgemeldeten Zustandes das kleinste aller Probleme). Da wittert die Nase des Ordnungshüters ja sofort eine OWI (Ordnungswidrigkeit) und kann einen gebührenpflichtigen Vorgang erzeugen, was sich natürlich immens auf die Motivation zum Arbeiten auswirkt. Voller Eifer also tippt dieser fleißige Mensch vom Ordnungsamt oder der Polizei (ich werde wohl nie erfahren, welcher “Held” mein Fahrzeug “gefunden” hat), das Nummernschild in seinen PePoDiDe (das steht für Personal Police Digital Device) und will damit den bösen bösen Halter aufspüren … da gerät die Aktion unvermittelt zum Kriminalfall, denn das Fahrzeug ist gestohlen. Also: Sofort die Dienstwaffe gezogen und entsichert, den Tatort abgesperrt, Verstärkung angefordert, den Hubschrauber herbeigerufen und alle umstehenden Passanten vorsorglich verhaftet. Naja, vielleicht hat es sich nicht ganz genauso abgespielt … egal. Übrigens: Das PePoDiDe ist dieses überdimensionale “Zahlscheinausdruckgerät”, mit dessen Hilfe Geld gesammelt wird, damit wir Bürger z.B. vernünftige (= schlaglochfreie) Straßen bekommen. Wie man sieht, funktioniert das ja auch sehr gut.

Aber ich schweife schon wieder ab: Die nette LKA-Dame erklärt mir dann noch, dass der Beamte, der mein Auto fand, immer noch dachte, es wäre gestohlen. “Wahnsinn!” sage ich, “Ich schreibe mir seit November die Finger wund, schalte einen Rechtsanwalt ein und die Polizei bekommt einfach nicht mit, dass da was schief gelaufen ist?”. Wenn man mal jemanden den Begriff “Erkenntnisresistenz” erklären wollte, könnte man kein besseres Beispiel finden. “Ich verstehe ja auch nicht, warum da keiner reagiert hat. Offenbar ist Ihre Akte wohl bei der Polizei verschwunden und beim Ordnungsamt fühlte sich keiner zuständig.” sagte sie. Meine Akte ist also weg? Das ist ja mal eine richtig gute Nachricht! Die haben sicherlich ohnehin zu viel Daten über mich gespeichert (habe zwar keine Deutschland-Karte, bin aber ADAC-Mitglied, siehe Einkaufen 2.0). Juchuuuu! Ich bin wieder ein unbeschriebenes Blatt, kein Strafzettel wegen Falschparkens vor der Kita beschmutzt nun meinen blütenweißen Lebenslauf, Ja, das war es wert. Die LKA-Dame holt mich auf den Boden der Tatsachen zurück und signalisiert mir, dass es ja nur um diesen einen Vorgang gehen müsse. Aber was da passiert sei, müsse sie halt noch ermitteln. Mein Auto wäre jedenfalls sichergestellt worden: Es befinde sich nun in der Belziger Str. bei der Polizei, d.h. es ist schon wieder umgesetzt worden. Das ist mal Abschleppen 2.0. Ich sage sofort: “Aber diese neue Abschlepperei zahle ich auf keinen Fall. Über das erst mal können wir ja noch reden.” Sie versichert mir, dass ich das nicht bezahlen muss – der Steuerzahler muss dafür herhalten … hmmmm, das bin ich ja auch irgendwie. Warum habe ich bei diesem Vorgang ständig das Gefühl, der Verlierer zu sein? Komisch.

Also gut, ich rufe Jörg, meine gute Auto-Mechaniker-Seele an, erzähle ihm die Story (er lacht kurz) und verabrede mich mit ihm bei der Polizei. Nach einem ziemlichen Wutausbruch von Jörg bei der “Sicherstellungsbehörde” (er ist völlig genervt, dass er das rote Kennzeichen oben im 1. OG vorlegen muss, obwohl unten auf dem Hof ein anderer Polizei-Mensch das Ding genauso hätte prüfen können), gehe ich mit dem Polizisten in die Halle, in der die Autos stehen. Wow! Lauter “gestohlene” Fahrzeuge denke ich so bei mir. “Was ist denn bei Ihnen passiert?” frage ich den Polizisten, als wir durch riesige Pfützen laufen. “Irgendwie ist der Abfluss verstopft. Das ist hier eine ziemliche Schweinerei.” entgegnet er sauer. Dann ist es soweit. Der große Moment ist gekommen. Ich sehe mein Auto.

Wir legen jetzt bitte eine Schweigeminute ein … oder halten eine kleine Mahnwache.

Da steht es bzw. darunter steht es, muss man ja sagen, denn es ist von einer unglaublichen Menge Schnee bedeckt. An den verschiedenen “Sedimenten” kann man noch gut erkennen, wie der Schnee während der letzten Monate beschaffen war. Wahnsinn! Der Polizist geht kurz weg, weil er das Tor für Jörg aufmachen muss und ich mache mich daran, meinen armen Liebling von dem eisigen Kokon zu befreien. Die Menge an Schnee ist wirklich gewaltig. “Was machen Sie denn da. Um Gottes Willen, sie fluten mir ja die ganze Halle. Hätten Sie das nicht draußen machen können?” fährt mich der Polizist wütend an. “Nein! Das ist nämlich verboten. Ich darf nicht mit Schnee auf dem Dach wegfahren, sonst schreibt mir die Polizei einen Strafzettel” entgegne ich geistesgegenwärtig, denn ich habe nach dem ganzen Brimborium um meinen Wagen ein, sagen wir mal “gewisses Training” im Umgang mit merkwürdigen Staatsbediensteten. Das zahlt sich nun aus, denn er ist sprachlos. Die kurze Starthilfe von Jörg wirkt: Er spring sofort an – was soll man sagen: Deutsche Wertarbeit halt. Da steht er nun bei Jörg: In Freiheit und froh, wieder bei seinem Herrchen zu sein. Ob ich meinem allerliebsten Auto sage, dass ich ihn nun gar nicht mehr haben will, weil ja der TÜV abgelaufen ist und Jörg meint, das eine Reparatur jenseits jedes rationellen Rahmens liegen würde? Wie bringe ich ihm das schonend bei? Ich frage vielleicht mal die Polizei, ob die noch einen sehr gut erhaltenen BMW braucht …

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Brief an den Polizeipräsidenten

Der Polizeipräsident in Berlin
Platz der Luftbrücke 6

12101 Berlin

Berlin, 11.12.2009

Aktenzeichen 3x.xx.xxxxx.6, Ihr Schreiben bzgl. Umsetzung am 4.9.2009
Diebstahlanzeige Pkw (Kennzeichen B-AB XXXX) vom 9.10.2009, Vorgangsnummer: xxxxxx-xxxx-xxxxxx

Sehr geehrter Herr Polizeipräsident,

zunächst darf ich Ihnen ein paar nüchterne Fakten darstellen, die Ihnen zwar sicherlich schon bekannt, aber im Tagesgeschäft vielleicht untergegangen sind. Hier nochmal der Vorgang zur Erinnerung: Mein altes, aber nach wie vor fahrtaugliches Auto (ein 15 Jahre alter 5er BMW) wurde während meines Urlaubes im September offenbar gestohlen – zumindest dachte ich das. Den Verlust bemerkte ich am 8.10.2009. Am 9.10.2009 zeigte ich den Vorfall bei der Polizei an (Vorgangsnummer: xxxxx-xxxxx-xxxxxx). Ich selbst und auch der Polizeibeamte in der Meldestelle erkundigten sich, ob das Fahrzeug umgesetzt wurde. In beiden Fällen wurde dies von der zuständigen Polizeidienststelle verneint. Auch eine weitere Information über das Auffinden des Fahrzeuges erhielt ich seinerzeit von der Polizei nicht, so dass ich davon ausgehen musste, dass ich das Fahrzeug nicht zurückerhalten würde. Ich meldete den Diebstahl meiner Versicherung und der Zulassungsbehörde, die das Fahrzeug stilllegte. Nun erhielt ich Ende November, d.h. knapp zwei Monate nach der Diebstahlanzeige von Ihnen bzw. Ihren Mitarbeitern ein Schreiben, dem ich entnehme, dass das Fahrzeug nun doch von der Polizei umgesetzt bzw. verwahrt wurde. Ich frage mich allerdings, warum trotz mehrerer Anfragen dieser Sachverhalt im Oktober bei der Polizei selbst nicht bekannt war bzw. nach wie vor ist und was genau Ihre Polizeibeamten mit meinem Fahrzeug gemacht haben. Ehrlich gesagt, war ich zunächst sehr verärgert über diesen Vorgang und forderte die Polizei auf, mir umgehend (!) mitzuteilen, wo und wie ich wieder an mein Eigentum gelange. Das war im Dezember letzten Jahres. Auch mein Rechtsanwalt schrieb die Polizei an und bat ebenfalls darum, über den Verbleib des Wagens Auskunft zu geben. Nun ja, wie soll ich es sagen: Die Polizei hüllt sich in Schweigen, wobei das gar nicht stimmt, denn ich habe mittlerweile einen Kostenbescheid bekommen und soll die Kosten des Parkvergehens übernehmen, weiß aber immer noch nicht genau, ob es nun ein Diebstahl oder eine Umsetzung war, denn die Polizei mag mir offenbar nicht mitteilen, was mit meinem Fahrzeug passiert ist und wo es sich befindet. Ist das ein schlechter Scherz?

Das ist jedenfalls der Grund, warum ich Sie, lieber Herr Präsident, anschreibe: Zusammen können wir diese Mauer des Schweigens überwinden: Yes, we can! Sie werden es nicht so genau wissen, aber wir beide haben eigentlich eine gewisse Beziehung zueinander, die mit einer eher unregelmäßigen Korrespondenz verbunden ist. Wenn Ihre fleißigen Mitarbeiter oder „Kollegen“ vom Ordnungsamt mal wieder auf der Suche nach Parksündern sind, dann – das muss ich leider zugeben – haben sie mich das eine oder andere Mal „erwischt“: So z.B. vor der Kita meines Sohnes, vor der ich dann auf einer Seitenspur halte, meinen Kita-Parkausweis vom Bezirksamt gut sichtbar anbringe und innerhalb von ca. 3 Minuten meinen Sohn ins Gebäude bringe. Obwohl ich niemanden behindert habe und dort wirklich jeden Tag eine Vielzahl von Eltern wegen genau desselben Grundes kurz parken, war irgendwie vielleicht die Farbe meines guten alten Autos nicht passend … ich wurde jedenfalls wegen eines Parkvergehens aufgeschrieben. Es tut mir auch ehrlich Leid, dass ich so verkehrswidrig gehalten habe, „nur“ um meinen Sohn zur Kita zu bringen. Immerhin hatte ich den Eindruck, dass die Dame vom Ordnungsamt, die ja auch direkt anwesend war und mit der ich wegen des Vorfalls auch sprach, als ich die OWi „begangen“ habe, sehr betroffen war und tief im Herzen durchaus familienfreundlich ist und Verständnis hatte, aber es halt nicht zeigen konnte oder durfte. Das war wirklich eine Sternstunde der Ordnungsliebe und Dienstverpflichtung der Mitarbeiter des Ordnungsamtes in Berlin!

Sie sehen also: Wir kennen uns über „drei Ecken“ schon. Um mal wieder auf meinen Wagen zurückzukommen: Es könnte doch auch sein, dass Ihre Beamten bei der Umsetzung Gefallen an meinem Auto gefunden haben und ihn sich ausborgen wollten. Ich muss Ihnen aber sagen, dass der linke Fensterheber kaputt ist, was bei einer wilden Verfolgungsjagd mit Schießerei hinderlich sein kann. Überhaupt, wenn mich die Beamten nett vorher (!) gefragt hätten, dann würde ich so einen Wunsch ja wohlwollend prüfen, aber so? Nein, so nicht. Aber ich halte das ohnehin für völlig ausgeschlossen, dass Ihre Beamten so etwas tun. Nein, so etwas macht die Polizei nicht! Das war eine abwegige Spekulation, die jeder Grundlage entbehrt. Aber Sie sehen halt: Mich beschäftigt die Angelegenheit schon und man kommt nahezu automatisch ins Grübeln und Spekulieren … ja man fängt sogar an, zu philosophieren und in die Bibel zu schauen:

Und ich sage euch auch: Bittet, so wird euch gegeben;
suchet, so werdet ihr finden;
klopfet an, so wird euch aufgetan.“ (Lukas 11)

Was können wir also tun, um heraus zu bekommen, was mit dem Wagen passiert ist? Soll ich noch einmal darum „bitten“, dass mir mein Auto wiedergegeben wird? Ich muss eventuell auch noch einmal hervorheben, dass mir etwas an dem alten Auto liegt. Es ist gewissermaßen eine emotionale Bindung zu dem Wagen entstanden und außerdem war da ein recht neuer Kindersitz drin, den mein Sohn dringend wieder haben will (Sie können ihn gerne als Zeuge laden, aber bitte sprechen Sie ihn mit „Herr Erfinder“ an – das mag er). Mein Sohn ist übrigens 5 ½ Jahre alt – falls es sie interessiert. Er ist (m)ein absoluter Sonnenschein. Sie sollten ihn wirklich einmal kennen lernen. Ich lade Sie gerne auf eine Tasse Kaffee oder Tee zu uns ein.

Leider gibt es da noch einen finanziellen Aspekt bei der ganzen „Angelegenheit“ und bei Geld hört ja bekanntermaßen jede Freundschaft auf. Von dem „erheblichen Schaden“ hatte ich ja schon in meinem letzten Schreiben gesprochen. Lassen Sie uns einmal folgende Rechnung aufmachen:

Der Nutzungsausfall (Pkw Gruppe G) vom 9.10.2009 – 15.10.2009 beträgt bei 59,- Euro/Tag und 7 Tagen 413,- Euro. Die Abmeldung des alten Fahrzeugs und Anmeldung des neuen Pkw betrug 100,- Euro. Am 15.10.2009 habe ich ein Ersatzfahrzeug beschafft, so dass der Nutzungsausfall hier erst einmal nur bis dahin berechnet ist. Dazu kommen noch weitere Kosten für die Nutzung des Ersatzfahrzeuges, die Wertminderung und die Kosten für die Bergung des vermutlich nun nicht mehr fahrtüchtigen und abgemeldeten Wagens.

Es wäre aber zunächst ausreichend, wenn Sie mir als erste Rate 513,- Euro überweisen würden. Den Rest rechnen wir später ab. Die Kosten für das Parkvergehen können Sie selbstverständlich mit dem o.g. Betrag verrechnen. Bzgl. der Nutzungsausfallentschädigung könnte noch die entsprechende Rechtsprechung für Sie interessant sein (s. BGH v. 15.07.2003, AZ: VI ZR 361/02, BGH v.
18.05.1971, AZ: VI ZR 52/70 und KG Berlin v. 01.03.2004 AZ: 12 U 96/03). Meiner Anzeige- und Sorgfaltspflicht bin ich vollumfänglich nachgekommen, so dass die Polizei gem. § 694 BGB Schadensersatzpflichtig ist (vielleicht gilt hier auch der § 280 oder § 694 BGB – so genau weiß ich das nicht, denn ich bin ja schließlich kein Jurist). Ich hoffe, für die Polizei gilt das BGB genauso wie für mich: Vor dem Gesetz sind alle gleich – habe ich einmal in der Schule gelernt.

Ich verstehe, dass eine solche Forderung ein schmerzhaftes Loch auf Ihrer Einnahmeseite verursacht. Gerade in Berlin ist man da sicherlich auf jede Quelle angewiesen. Ich habe einen richtig guten Tipp für Sie (das muss aber wirklich unter uns bleiben – Sie verstehen?): Ich wohne in der U-XXXXX-Straße, in der ab 22:00 Uhr die Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h gilt. Dieses Limit gilt vielleicht wegen der vielen nächtlich spielenden Kinder, wegen des unerträglichen Lärms der Autos oder wegen des Feinstaubs – ich weiß es nicht; Fakt ist jedoch, dass sich kaum jemand daran hält, mitten in der Nacht auf einer leeren Straße, die schnurgerade verläuft und hell beleuchtet ist, so langsam zu fahren. Und nun kommt es: Ich habe in der Zeit, in der diese Geschwindigkeitsbeschränkung gilt, noch keine Polizeikontrolle gesehen. Das wäre doch mal eine einfache Einnahmequelle, oder? Wenn man dann noch die Einnahmen durch die falsch parkenden Autos von Eltern, die ihre Kinder zur Kita bringen, hinzurechnet, dann müsste doch das durch meinen Fall entstandene Defizit schnell auszugleichen sein. Ich versuche ja nur, hier etwas mitzudenken.

Ich würde mich wirklich freuen, von Ihnen oder Ihren Mitarbeitern zu hören. Vielleicht erbarmt sich ja jemand bei Ihnen, mir die gewünschte Auskunft zu geben. Falls Sie einen fein dosierten Sarkasmus in diesem Brief wahrgenommen haben sollten, kann ich Ihnen versichern, dass dies rein zufällig passierte und lediglich der Tatsache geschuldet ist, dass ich seit knapp fünf Monaten nach meinem Auto suche. Haben Sie also bitte Nachsicht mit einem ungehaltenen Bürger.

Ich danke Ihnen jedenfalls im voraus für Ihr Verständnis und Ihre Bemühungen und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

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